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Kritikgespräche erfolgreich führen
 Kennen Sie das? Die Arbeit eines Mitarbeiters gibt Grund zur Klage – aber Sie schieben dieses unangenehme Gespräch vor sich her. Oder sind Sie so ein Chef, der gleich losbrüllt – und damit den kritisierten Mitarbeiter noch mehr in Abwehrhaltung drängt? Kritik so klar, ruhig und ergebnisorientiert zu vermitteln, dass sie in eine bessere Leistung des Mitarbeiters mündet, ist nur Wenigen „angeboren“. Doch wie man ein konstruktives Kritik-Gespräch führt, kann man lernen. Grundlegend wichtig ist, dass Sie Ihre Art zu kommunizieren überprüfen. Sie wollen Ihr Gegenüber ja wirklich erreichen, Einsicht und Kooperationswillen wecken. Lernen Sie, „Ich-Botschaften“ zu senden und verletzende „Du-Botschaften“ zu unterlassen. Kommunikation: „Ich-Botschaften“ statt „Du-Botschaften“
 „Auf Sie kann man sich überhaupt nicht verlassen“ – das ist eine typische „Du- Botschaft“. Sie stellt das Verhalten des Empfängers als negatives Charaktermerkmal dar. Sie richtet sich also gegen die Person – und nicht gegen die Verhaltensweise. Wer sich aber als Person kritisiert fühlt, wird nicht die Verhaltensweise verbessern. Beim Mitarbeiter kommt das so an: „Ich Chef bin O.K., Du Mitarbeiter bist nicht O.K.“. Gewöhnen Sie sich also an, „Ich-Botschaften“ zu senden. Diese vermittelt, dass Sie von seinem Verhalten in negativer Weise betroffen sind – aber dass der Mitarbei ter deshalb kein „schlechter Mensch“ ist: „Ich bin O.K., Du bist O.K.“.
 Vorbereitung: Strategie statt Lospoltern
 Tipp 1: Äußern Sie Kritik zeitnah, aber nicht vor Dritten. Wer sein Gesicht verliert, wird Ihnen nur noch schaden und mutiert wahrscheinlich zum Intriganten. Tipp 2: Bereiten Sie das Kritikgespräch vor: Sorgen Sie für eine konstruktive Atmosphäre in einem ruhigen Raum. Dazu gehört auch, dass Sie Störungen durch Telefonate oder Dritte ausschließen. Zitieren Sie den Mitarbeiter nicht vor den dicken Chef-Schreibtisch, hinter dem Sie sich verschanzen. Setzen Sie sich mit ihm und eventuellen weiteren Beteiligten an einen runden Tisch. Das signalisiert Offenheit und echte Gesprächsbereitschaft. Tipp 3: Überlegen Sie genau alle Kritikpunkte, so präzise wie möglich. Allgemeine „Totschlagargumente“ bringen nichts. Eiern Sie aber nicht rum: Nur eindeutige Aussagen können in eindeutige Ziele münden. Formulieren Sie ein paar „Ich-Botschaften“ im Kopf vor. So vermeiden Sie später im Gespräch, doch wieder mit anklagenden „Du-Botschaften“ loszuschießen. Tipp 4: Hören Sie aktiv zu: Beachten Sie Mimik und Gestik des Mitarbeiters wie Zittern oder Verkrampfung Versuchen Sie, ihn zu „öffnen“: Durch Ihre eigenen Körpersignale, durch Blickkontakt und ein aufmunterndes Lächeln und durch Offene Fragen: Darauf kann der Mitarbeiter mit einem ganzen Satz antworten, nicht nur mit Ja oder Nein. Lassen Sie den Mitarbeiter ausreden Geben Sie Bestätigung wie: „Das sehe ich genauso... würden Sie das auch so sehen wie ich....“ Nachfragen: „Habe ich Sie richtig verstanden, dass..?“ Tipp 5: Überlegen Sie sich vorher, welches Ziel am Ende des Gespräches stehen soll: Wie genau soll der Mitarbeiter sich verhalten. „Das hört jetzt aber auf!“ ist kein Ziel.
 Die Tipps und die folgende Checkliste ist natürlich nur ein Ausschnitt möglicher Vorgehensweisen für Vorbereitung und Durchführung solcher Gespräche.
 Top 1. Problem exakt definieren Beispiel: Der von Herrn Oscar Muster benutzte Firmenwagen (OT-Bereich) kommt häufig verschmutzt zurück und wird von ihm nicht gereinigt. Top 2. Mögliche Ursachen überlegen Beispiel: Negative Außenwirkung ist ihm nicht bewusst, schlechte Orga im Unternehmen; Prozesse incl. Reinigung nicht klar. Top 3: Ziel definieren Herr Theo Muster reinigt den von ihm genutzten Firmenwagen im regelmäßigen Turnus und gründlich. Top 4: Argumente Negative, unprofessionelle Außenwirkung; ärgerlich für Kollegen, der Wagen vor Arbeitseinsätzen reinigen muss; Verschmutzung könnte sich auf die Qualität der Produkte auswirken. Top 5. Belege sammeln und vorlegen Beispiel: Augenscheinnahme, Kundenrückmeldung, Mängelbericht Top 6: Gesprächseröffnung: Fragen und Ich-Botschaften vorbereiten Was? Warum? Wie? Top 7: Gründe des Mitarbeiters erfragen: Beispiel: Ich habe festgestellt, dass der Wagen häufig im verschmutzten Zustand zurückgebracht und übergeben wird. Welche Gründe hat es, dass Sie ihrer Reinigungspflicht nicht (mehr) nachkommen? Top 8: Lösungsvorschläge: Herr Muster will die vernachlässigte Grundreinigung im Rahmen von unbezahlten Überstunden nachholen. Top 9: Zielvereinbarung: Herr Muster reinigt den Wagen gründlich am ... und weiterhin bedarfsgerecht nach Arbeitstag/Kundeneinsatz. Top 10: Notizen/Kommentare: Herr Muster zeigt sich einsichtig und kooperationsbereit. Grund scheint ihm peinlich zu sein. Evtl. an Mitarbeiter entsprechende Regelungen im Rahmen des Qualitätsmanagements noch einmal kommunizieren. Checkliste: So beweisen Sie Führungskompetenz Du-Botschaft „Auf Sie kann man sich überhaupt nicht verlassen.“ Ich-Botschaft „Ich würde mich gerne mehr auf Sie verlassen, aber ich habe das Gefühl, dass ich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht kann.“ Du-Botschaft „Hören Sie mir endlich mal zu! Glauben Sie, Sie wissen es besser?“ Ich-Botschaft „Es macht mich wütend, wenn Sie mich dauernd unterbrechen. Das vermittelt mir den Eindruck, dass Sie nicht interessiert, was ich sage oder dass Sie es nicht ernst nehmen.“
 Sie wollen mehr wissen? Als Coach stehe ich Ihnen mit ausführlichen Informationen und Strategien für Kritik- und Konfliktgespräche zur Seite; natürlich auch mit Schulungen und Seminaren. Rufen Sie mich an – oder schreiben Sie mir.
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